Lindenblütentee

Lindenblütentee

Ein Tanz unter der Linde gehörte früher in vielen Dörfern zum sozialen Leben fest dazu. Noch heute findet man alte Tanzlinden beispielsweise in Teilen Frankens. Tanzen ist gesund – doch die Linde hält uns nicht nur als Schattenspender beim bunten Treiben gesund, sondern entfaltet besonders im Juni/Juli besondere Heilkräfte. Die Blüten der Linde zeigen sich deutlich später als die vieler anderer Waldbäume.

Blüten und Knospen der Linde im Juni

Während die Hasel bereits ende des Winters im Januar zu blühen beginnt, die Birken und Pappeln im März folgen, der Ahorn sich im April in frisch gelbgrüner Blütenpracht zeigt und der Mai den Fichten, Eichen, Buche, Tanne und Co gehört, geduldet sich die Linde bis in den Sommer hinein. Eine blühende Linde bemerkt man oft durch ihrene süßen Duft und das laute Summen, das sie umgibt.

Biene „fliegen“ auf Lindenblüten

Linden sind im Sommer eine perfekte Bienenweide. Imker gewinnen aus ihr eine eigene Honigsorte, den Lindenhonig, der übrigens nicht nur aus Nektar, sondern auch aus dem von den Bienen gesammelten Honigtau besteht. Honigtau nennt man die klaren, zuckerhaltigen Ausscheidungen von Blattläusen und anderen an der Linde saugenden Insekten. Nicht nur Ameisen, sondern auch Bienen sammeln den Zuckersaft und tragen ihn für die Honigproduktion in ihr Nest. Ein kleiner Tipp für Auto- und Radfahrer: Parken Sie im Sommer am besten nicht unter Linden, denn der klebrige Honigtau „regnet“ regelrecht von den Bäumen und verklebt alles.

Lindenblüten und Knospen

Lindenblütenhonig schmeckt nicht nur gut, er enthält auch die geballte Heilkraft der Lindenblüte. Lindenblüten helfen gegen Fieber, Reizhusten und Schlaflosigkeit. Sie wirkt entzündungshemmend, schweißtreibend, schmerzstillend und harnfördernd. Die Linde ist damit wissenschaftlich nachgewiesen ein echter Allrounder und wird vor allem bei Erkältungsbeschwerden und Grippe gerne eingesetzt.

Dabei spielt es übrigens keine Rolle, ob die Blüten von der Sommer- oder der Winterlinde kommen. Lindenblütentee gibt es in jeder Apotheke sowie in Biomärkten zu kaufen – oder Sie sammeln einfach selbst einen kleinen Vorrat an Lindenblüten.

Lindenblütentee selbst gemacht:

Sammeln Sie im Juni die Lindenblüten ab (ohne Blätter). Sammeln Sie Blüten, die in voller Blüte stehen. Die Lindenblüten durchlaufen zwei Stadien, das Stadium der männlichen und darauf folgend das Stadium der weiblichen Blüte. Wenn die männlichen Staubgefäße gerade beginnen sich bräunlich zu verfärben, ist der ideale Zeitpunkt für die Ernte.

Frisch gepflückte Lindenblüten

Trocknen Sie die Blüten. Sie können die Blüten auf dem Fensterbrett in der Sonne trocknen. Bewahren Sie die Blüten trocken auf, z.B. in einer Dose.

Sie können die Lindenblüten aber auch frisch vom Baum genießen.

Für eine Tasse Lindenblütentee (z.B. im Erkältungsfall) benötigen Sie ca. 2 Teelöffel Lindenblüten.  Lassen Sie die Blüten 5 – 7 Minuten ziehen. Der Tee schmeckt mild, süßlich und fein armomatisch.

Heiß aufgebrühter Lindenblütentee

Viel Spaß beim Genießen!